Herzlich Willkommen bei den Veranstaltungen der Mathilde,

 

Momentan finden keine Veranstaltungen statt.

Mathilde macht vorerst keine Kultur mehr.

Liebe Bezirksamtleiterin, lieber Bürgermeister, lieber Kultursenator, lieber Wirtschaftssenator,
und
liebe Kulturinteressierte

Mathilde ist ein kleiner, aber hartnäckiger Kulturträger. Seit fast 20 Jahren veranstalten wir Poetry Slams, Autorenlesungen, Themenlesungen wie die Hessenlesung oder die St. Pauli Lesung mit Stadionsprechern, Liedermacherabende, Opernabende, Jazz und Comedyveranstaltungen. Ca. 150 Veranstaltungen im Jahr mit max. 60 Zuschauern zum Eintritt von 0 bis 9 Euro.
Das Konzept ist im Prinzip, der Eintritt oder der Hut geht an die Künstler, der Getränkeumsatz geht an die Bar, die Orga, Werbung, Gema etc. machen wir, weil wir Kultur machen wollen und weil es Spaß macht. Für wirkliche Promotion oder große Namen ist natürlich kein Geld da.

Dieses System funktionierte, mit gutem Willen und weil wir uns ein treues Stammpublikum erarbeitet haben, in normalen Zeiten geradeso und irgendwie.

Natürlich gabe es eine Coronapause aber jetzt können wir eigentlich wieder Veranstaltungen machen. Haben wir auch, aber das ist, wie wir festgestellt haben, für keinen wirklich schön.
20 statt 60 Zuschauer bringen den Künstlern nicht wirklich etwas ein, die Bar hat keinen Umsatz und für die Zuschauer ist es auch eher so mittel.
Das macht so keinen Spaß.
Und wir rechnen ernsthaft damit, dass irgendwann einer kontrollieren kommt und uns wegen irgendetwas anscheißt

Dazu kommt, dass Kulturveranstalter und Bars komplett im Regen stehen gelassen werden. Die Politik redet und verspricht zu helfen, aber es kommt nichts an.
Hier nur einmal als Beispiel einer aus der langen Reihe von Windmühlenflügeln, gegen die wir ankämpfen müssen.
Vollmundig wurde von der Politik versprochen, dass schnell und unkompliziert Parkplätze in Gastrofläche umgewandelt werden können. In Ottensen dauerte es einen ganzen Monat, bis wir dann eine Absage bekamen, weil Autos in die Fläche rutschen können, weil der beantragte Bereich an einer Kurve liegt. Schnell ist das auf jeden Fall mal nicht und die Begründung der Absage ist einfach lächerlich. Die Straße um die es geht, ist einspurig, so dass jeder, der in sie einbiegt sehr langsam fahren muss, weil jederzeit jemand entgegenkommen kann. Momentan stehen auf der Fläche ja Autos und niemand kann sich an einen derartigen Unfall erinnern. Im Winter vielleicht, bei Glatteis, aber da sitzt dann wohl auch keiner mehr da.

Lange Rede, kurzer Sinn, wir brauchen alle Kapazitäten, um die Gastrobetriebe gegen den Widerstand der Behörden am Leben halten zu können.
Unterstützt werden wir nicht und ohen Unterstützung, muss die Kultur ruhen.

Wir kommen wieder, weil wir es wollen und weil es Spaß macht, aber momentan brauchen wir alle Kapazitäten, um wenigstens eine Chance zu haben, dass die Spielstätten, in denen wir und ihr so viel Spaß hatten, irgendwie überleben können.
Bis bald, Thomas Nast

Das Bild zeigt den traurigen Armin Sengbusch